immobilienbusiness19-07-2013In der Schweiz wurden im ersten Quartal 2013 etwas mehr als 13.000 Bewilligungen für den Bau von Wohnungen erteilt – rund 20 Prozent (2.200 Einheiten) mehr als im Vorjahresquartal. In drei Regionen gab es einen regelrechten Bewilligungsboom: in der Nordwestschweiz (+188%), in Zürich (+62%) sowie am Genfersee (+35%). Wie das BFS Bundesamt für Statistik mitteilt, wurden im Vergleich zur Vorjahresperiode allerdings insgesamt zwölf Prozent weniger Baubewilligungen für Wohngebäude erteilt. Ihre Anzahl sei um 430 auf 3.090 Einheiten zurückgegangen; auch seien weniger Einfamilienhäuser bewilligt worden.
Der Boom im Schweizer Wohnungsbau hält unterdessen an. In den ersten drei Monaten des Jahres wurden mit 7.740 neuen Wohnungen zwar 0,5 Prozent weniger erstellt als in der Vorjahresperiode; doch Ende März befanden sich 76.770 mehr als im Vorjahr im Bau (+3%). Grössere Rückgänge bei den neu erstellten Wohnungen gab es in der Ostschweiz (–30%), Nordwestschweiz (–27 %) und der Genferseeregion (–18 %); die Region Zürich verzeichnete ein Plus von 45 Prozent.
Renaissance der Grossüberbauungen
Die neuesten Quartalswerte zur Wohnbautätigkeit in der Schweiz zeigen, wie Andrea Martel in einem Beitrag der Neuen Zürcher Zeitung feststellt, zweierlei: „Erstens scheint es sich bei der sprunghaften Zunahme der baubewilligten Wohnungen Ende 2012 tatsächlich um ein von der Zweitwohnungsinitiative angefachtes Strohfeuer gehandelt zu haben. Trugen im letzten Quartal 2012 noch 16.300 Wohnungen den Status «baubewilligt» (+49% gegenüber dem Vorjahr), waren es in der Periode Januar–März nur noch 13 300 Wohnungen (+20%).“ Zweitens würden wieder vermehrt grössere Wohnbauten erstellt, wie Martel mit Blick auf jüngsten Zahlen feststellt: „Kamen Anfang 2012 auf jedes baubewilligte Wohnhaus (inklusive Einfamilienhäusern) im Schnitt 3,2 Wohnungen, waren es zu Beginn dieses Jahres bereits 4,3.“
Der steigende Wert spiegelt eine Renaissance der Grossüberbauungen, was gemäss ZKB auf den hohen Anlagedruck im Immobiliensegment zurück zu führen sein dürfte. Im Bereich von zehn bis 20 Millionen CHF zu investieren, werde für institutionelle Investoren wegen der Konkurrenz von solventen Privatpersonen und Family Offices zunehmend uninteressant. Viele Fonds, Versicherungen und Pensionskassen hätten ihre Investitionskriterien daher in Richtung höherer Volumina angepasst und legen mittlerweile auch in Projekte von über 100 Millionen CHF an.
Referenz: Immobilien Business  Das Schweizer Immobilien-Portal vom 09.07.2013